Nikola Tesla - Symbol für Innovation
Tesla Firmenlogo
Die Bezeichnung "Tesla" ist in aller Munde. Elon Musk hat mit den Elektrofahrzeugen der Firma "Tesla.Inc." dafür gesorgt. Das Firmenlogo symbolisiert Teile des Querschnitts eines Elektromotors (rotierender Stator, feststehender Anker, getrennt durch einen Luftspalt.) Die Bezeichnung “Tesla” weist auf den im heutigen Kroatien geborenen und in die USA ausgewanderten Erfinder Nikola Tesla (1856-1943) hin.
Angeblich hat Tesla 1931 ein Elektro-Auto in den USA in Betrieb genommen. Es ist aber zweifelhaft, ob das stimmt. (Dazu Post "Teslas Elektroauto - ein Mythos?") Und ob Martin Eberhard und Marc Tarpenning diese Geschichte im Hinterkopf hatten, als sie 2003 “Tesla Motors” gründeten, ist unbekannt. Das Recht, den Namen “Tesla” für die Firma auf dem US-Markt zu benutzen, kauften die beiden Firmengründer und der dazu gekommene Musk 2004 für 75 000 Dollar – nach der Angabe von Musk.
Die Anmeldung des Elektroautoherstellers für die Marke "Tesla" in der Europäischen Union wurde 2010 durch den Widerstand von Tesla Holding a.s., einem Anbieter von Kommunikations- und Rundfunkgeräten mit Sitz in der Tschechischen Republik, blockiert. Die tschechische Firma führte den Namen “Tesla” mit anderer Bedeutung ('technika slaboprouda' = Niederspannungstechnologie). Der Streit wurde durch gegenseitige Übereinkünfte beigelegt.
Edison contra Tesla – Erfindergeist und Geschäftstüchtigkeit
Thomas Alva Edison / Nikola Tesla - im Alter von 36 Jahren
Musk hält Nikola Tesla für bedeutend (“great”), aber er schätzt den großen Erfinderkonkurrenten Nikola Teslas, Thomas Alva Edison (1847-1931), mehr als Tesla. Es ist interessant, weshalb.
Da haben wir den Unterschied zwischen dem Unternehmer Musk und dem Erfinder Tesla. Zudem wirft die Aussage Musks, er sei mehr ein “Fan” Edisons als Teslas ein Licht auf seine Managementmethoden und sein Geschäftsgebaren.
Edison - ein geschäftstüchtiger Selfmademan
Edison war ein “Selfmademan”, der sich aus schwierigen Verhältnissen hochgearbeitet hat. Er erfasste die Bedürfnisse des “Normalbürgers” und warf massentaugliche Produkte auf den Markt, wie den Phonographen, Glühbirnen und Kinofilme. Dabei scheute er sich nicht, die Erfindungen anderer – z. B. bei der Glühbirne - als eigene auszugeben. Er war nicht nur vielseitiger Erfinder, sondern auch findiger Geschäftsmann, der es verstand Investoren und Öffentlichkeit von seinen Erfindungen und Ideen zu überzeugen. Unter Umständen war er bereit, seine Konkurrenten mit fragwürdigen Methoden in ein schlechtes Licht zu setzen. So im sogenannte “Stromkrieg”, der zwischen ihm als Gleichstromvermarkter und dem Unternehmer Westinghouse und seinem technischen Entwickler Tesla als Wechselstrom-Befürworter ausbrach.
Edison war in der Lage, fähige Mitarbeiter um sich zu sammeln, die er unter Druck setzte und auf deren Kosten er Gewinne, Ehre und Ruhm einheimste. Dies musste auch Tesla erfahren, der nach seiner Ankunft in den USA 1884 in die Dienste Edisons trat. Ihm war eine hohe Summe für den erfolgreichen Ersatz eines alten Maschinenparks durch die Konstruktion neuer Maschinen versprochen worden, aber nach harter Arbeit und Erledigung der Aufgabe brach der Manager des Unternehmens sein Versprechen und bezeichnete es als “amerikanischen” “Scherz”.
Musk bringt wie Edison “sein ´Zeug`” auf den Markt und macht es für die Welt zugänglich, was Tesla [angeblich] nicht tat”.
In den USA wird seit 1983 am Geburtstag Edisons der “Tag der Erfinder” gefeiert (“National Inventors´ Day”, 11. November). Edison gilt dort mit seinen ca. 1000 Patenten als der größte nationale Erfinder. Ob das so ist, sei dahingestellt. Auch Tesla war US-Bürger, wenn auch gebürtiger Österreicher. Edison entspricht eben mehr dem “American Way of Life” als der sonderbare europäische Zuwanderer. Belassen wir es dabei, dass es sich um zwei verschiedene Erfindertypen handelt.
Das Geschäft des Erfinders – Kreativität und Vermarktung
Bildquelle: erfinderladen.de | Land der Erfinder – Das Schweizer Magazin für Innovationen . Die Schweiz scheint ein Eldorado für "Tüftler" und Einzel-/Kleinerfinder zu sein, die manches Nützliche für den Alltagsgebrauch entwickeln.
Erfindungen beruhen auf schöpferischen Aktivitäten
Erfindungen beruhen auf schöpferischen Aktivitäten, in denen neue Geräte oder Prozesse geschaffen werden, die menschlichen Bedürfnissen oder Wünschen entgegenkommen. Sie sollen das alltägliche Leben erleichtern oder industrielle Prozess verbessern. In manchen Fällen beobachtet der Erfinder natürliche Abläufe oder findet durch Versuche heraus, wie sie funktionieren; in anderen Fällen experimentiert er mit Material so lange, bis das Ziel erreicht ist. Meist ist beides miteinander verbunden. Weder die Natur, noch Materialien geben so leicht ihre “Geheimnisse”, d. h. Funktionsweisen, Eigenschaften und Möglichkeiten, preis.
Ein Erfinder muss sozusagen mit der Natur und dem Material “verhandeln”, bis er ihre Widerstände besiegt hat. Manchmal spielt der Zufall eine Rolle, aber meist ist langes Bemühen und Kreativität nötig. Eventuell braucht der Erfinder Investoren, die auf den Erfolg seiner Projekte vertrauen und seine Bemühungen unterstützen, finanziell oder anderweitig.
Mit einer nützlichen Erfindung ist es aber nicht getan. In vielen Fällen muss der Erfinder seine Mitmenschen überzeugen, dass seine Erfindung für sie nützlich sei. Bei seinen ca. 300 angemeldeten Patenten gelang das Tesla nicht immer. Da griff er nicht nur auf Kommunikationsmitteln wie Vorträge, Demonstrationen, Interviews und Zeitungsartikel zurück – weniger auf wissenschaftliche Abhandlungen - sondern betätigte sich auch als von Elektro-Blitzen umgebener “Showmaster”. Das brachte ihm den Titel “der elektrische Magier” ein. Nicht selten übertrieb er den Nutzen seiner Erfindungen oder pries Erfindungen an, die in seiner Vorstellung existierten und noch gar nicht zur technischen Reife gekommen waren.
In manchen Fällen kommen Erfindungen aber “wie gerufen”. Das war bei der Entwicklung von Teslas Wechselstromsystems der Fall. Ende des 19. Jahrhunderts wurden Wirtschaft und öffentliche Einrichtungen zunehmend elektrifiziert. Dem kamen die Vorteile des Wechselstroms gegenüber dem Gleichstrom entgegen.
Die moderne Welt erfordert Marketing
Die moderne Welt erfordert bei Erfindungen “Marketing”, wenn sie “accessible to the world” (Musk) sein sollen. Jetzt kommen Geschäftsleute ins Spiel, die eine Erfindung “vermarkten”. Der Erfinder muss also auch mit der Gesellschaft und Finanziers “verhandeln”, um sein “Produkt” zu veräußern. In dieser Hinsicht war Edison erfolgreich, Tesla nicht in demselben Maße.
Heutzutage wird Erfindern allerdings meist die Bemühung um Finanzierung und das Verhandeln abgenommen, da viele Erfindungen in einem betrieblichen Rahmen gemacht werden. Das ist nicht immer gut für Erfinder und die Entwicklung von gesellschaftlich nützlichen Produkten. Die Erfinder sind von den Interessen der Unternehmen abhängig und die Unternehmen sind an schnell verkaufsfähig erscheinenden Resultaten interessiert, Nicht in diesen Rahmen passende, “disruptive” Innovationen (Schumpeter) gehen da leicht unter oder sind gar nicht gefragt.
Tesla und der “Markt”
Es stimmt aber nur teilweise, wenn Musk behauptet, Tesla habe seine Erfindungen nicht für den Markt verfügbar machen wollen. Eine der großen Ideen Teslas war die weltweite drahtlose Übertragung von Nachrichten und Strom.
Tesla hatte Anfang des 20. Jahrhunderts die Idee einen kleinen kostengünstigen Empfänger für jedermann zu entwickeln, mit dem Nachrichten und Töne übertragen werden könnten. Er fand aber keinen Financier für diese zukunftsweisende Vision.
Da Tesla nicht genügend finanzielle Unterstützung für sein “Welttelegraphiesystem” fand, zog der praktisch orientierte und geschäftstüchtige Italiener Guglielma Marconi an ihm vorbei, auch mit Hilfe mächtiger und finanzkräftiger Unterstützer. Dabei benutzte Marconi für sein System Vorarbeiten anderer und Patente Teslas. Marconi galt als Erfinder der drahtlosen Telegraphie und des Radios und erhielt 1909 den Nobelpreis für Physik. Ein Gerichtsprozess in den USA erklärte 1935 das der drahtlosen Übertragungstechnik Marconis zugrunde liegende Patent für ungültig, da Tesla und andere Erfinder Marconi zuvorgekommen seien.
Tesla - ein Außenseiter und Träumer
Tesla bemühte sich zwar um die Anerkennung seiner Ideen und Erfindungen und fand auch zeitweilig große Resonanz in der US-Gesellschaft und Fachwelt, aber er blieb immer ein Außenseiter. Er unterwarf sich nicht bedingungslos den Konventionen der Ingenieurszunft und dem Diktat des Marktes. Seine Feinde hatten nicht unrecht, wenn sie ihn als “Dichter und Träumer” abstempelten. (Tesla an den Banker J.P. Morgan 1903; W. Bernard Carlson, Tesla, S. 663)
Tesla bekundete eine hohe Wertschätzung für Dichter und Künstler und bescheinigte sich selbst “künstlerisches Temperament” (Carlson, Tesla, S. 390). Tatsächlich kann man davon reden, dass für Tesla “Träume” mit seinen Erfindungen wahr wurden, ebenso wie er den “Traum” von einer harmonischen und befriedeten Gesellschaft der Zukunft vertrat. Unter dem Gesichtspunkt seiner besonderen Erfindungsmethode ist die Kritik seiner Gegner eher als Lob, denn als Herabwürdigung aufzufassen.
Und vielleicht sind technische Erfinder, Dichter und Künstler gar nicht immer so verschieden, wie viele meinen. Beide “erfinden” - unterschiedlich sind die “Materien”, mit denen sie arbeiten. Und beide sehen sich vor der Herausforderung ihre schöpferischen Leistungen auf den “Markt” zu bringen.
Tesla begleitete sein erfinderisches Werk als Schriftsteller und zeigte sich auch auf diesem Feld kreativ. Beim Lesen von Schriften Teslas fühlt man sich manchmal an "Science-Fiction"-Autoren erinnert, mit dem Unterschied, dass er sich in vielen Fällen um die praktische Umsetzung seiner "Fiktionen" bemüht hat.
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